Taschengeldtabelle 2022 – GĂŒltig fĂŒr Deutschland, Österreich und die Schweiz

Eltern von Teenager können ein Lied davon singen: der Streit ums liebe Taschengeld. Den Kids erscheint die Höhe des Taschengelds meistens nicht angemessen, die Eltern wiederholen die alte Leier vom Wert des Geldes und der harten Arbeit, die dahinter steckt. Jeder hat das schon mitgemacht, ob auf der einen oder der anderen Seite.

NatĂŒrlich wird es kaum möglich sein, diese familiĂ€ren Dispute ein fĂŒr alle Mal aus dem Weg zu rĂ€umen, aber es ist durchaus möglich durch fachliche Argumentation zum Thema Taschengeld, dass man in der Schweiz ĂŒbrigens Sackgeld nennt,  auf beiden Seiten fĂŒr Waffenstillstand zu sorgen.

Gibt es eine gesetzliche Verpflichtung Taschengeld zu zahlen?

Zuerst das Wichtigste: Es gibt keine rechtliche Verpflichtung der Eltern Taschengeld zu bezahlen. Laut Gesetz sind die Eltern dazu verpflichtet, fĂŒr die ErfĂŒllung der GrundbedĂŒrfnisse ihrer Kinder zu sorgen. Das bedeutet, die Eltern bezahlen fĂŒr Essen, Kleidung, Wohnen, etc. Was Jugendliche darĂŒber hinaus pro Woche oder monatlich an Geld bekommen, bleibt eine Entscheidung der Familie. Darum laden wir auf Taschengeldtabelle auch Eltern ein, Ihre Meinung zu teilen.

Trotzdem ist es wĂŒnschenswert und fĂŒr die Entwicklung von Tochter und Sohn sogar empfehlenswert, den Kindern Taschgengeld zu zahlen. Diese Empfehlung wird auch jedes Jugendamt bestĂ€tigen: Ein monetĂ€rer Zuschuss ĂŒber den die Kinder ganz allein verfĂŒgen können, ob fĂŒr Handykosten, Schulsachen oder Klamotten, ist Teil der Erziehung. So wird der Umgang mit Geld erlernt. Ein Geldbetrag als Taschengeld ist also in jedem Fall angemessen. FĂŒr alle, die nun einen Richtwert wollen, gibts die Taschengeldtabelle. Sie ist als Empfehlung zu verstehen.

Die GrĂŒnde dafĂŒr sind sowohl einfach wie sinnvoll. Durch die Auszahlung des Taschengelds lernen Kinder und Jungendliche ganz einfach den Umgang mit Geld. Learning by doing at its best, sozusagen. Kindern werden Werte vermittelt, sie lernen, ich kann mir zwar etwas kaufen, aber das hĂ€ngt davon ab, wieviel ich bekomme. Ohne den moralischen Zeigefinger erheben zu wollen, macht es wahrscheinlich sogar Sinn, das Taschengeld etwas knapper zu bemessen, da dadurch den Kindern frĂŒh klar wird, dass ihre WĂŒnsche oft grĂ¶ĂŸer sind, als das Einkommen.

Bedeutet ein höheres Einkommen der Eltern auch mehr Taschengeld?

Eltern, die besser verdienen, neigen dazu auch ihren Kindern ein höhers Taschengeld zu geben. Dies ist allerdings nicht unbedingt ratsam. Man sollte sich die Preise in unterschiedlichen GeschĂ€ften gemeinsam ansehen und Kinder nicht an ein „Luxusleben“ gewöhnen, dass sie sich spĂ€ter auf sich allein gestellt vielleicht gar nicht leisten können. Nur weil Mutter die teueresten Sachen kauft, heißt das nicht, sie bringt den Kindern bei mit Geld umzugehen.

Nun aber zu den harten Fakten. Wann sollte man als Elternteil beginnen, Taschengeld auszuzahlen? Und welcher Betrag empfiehlt sich als Taschengeldhöhe?
Empfohlen wird hier ein Alter ab ungefĂ€hr 6 Jahren (etwa mit Schulbeginn). Davor haben Kinder noch absolut keine Vorstellungen von Zahlen und davon, woher das Geld kommt. Haben die Kinder also das entsprechende Alter erreicht, sollte das Taschengeld immer wöchentlich ausgegeben werden. Mit dem Heranwachsen der Kinder sollten Eltern auch Umstellen auf eine Auszahlung des Taschengeldes pro Monat.

Wie oft soll man das Taschengeld eigentlich auszahlen?

Ab einem Alter von 10-11 Jahren ist es ok,  wenn der Nachwuchs das Taschengeld monatlich bekommt. Der Grund dafĂŒr ist, dass die Kinder schon in der Lage sind, ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum mit dem vorhandenen Geld auszukommen. Sprich, sie lernen zu wirtschaften oder sparen. FĂŒr die Elternteile ist es dazu allerdings verpflichtend, pĂŒnktlich am verabredeten Tag das Taschengeld auszuzahlen. Zu gegebener Zeit kann man auch die Erföffnung eines Girokontos (auch als Zeichen des Vertrauens) zur Überweisung des Taschengelds in ErwĂ€gung ziehen.

Stichwort sparen. Durch fixe Ausbezahlungen können Kinder auch darauf „trainiert“ werden, auf grĂ¶ĂŸere Anschaffungen zu sparen. Hierbei ist wichtig fĂŒr die Eltern, konsequent zu bleiben. Kindern die quĂ€ngeln, sollten nicht plötzlich mehr Geld bekommen, oder die Auszahlung sollte auch nicht vorverlegt werden.

Trotz aller Sparvorhaben sollte aber auch die Freude am Euro nicht verloren gehen. Um ein Gleichgewicht zu erzeugen ist es ratsam, mit den Kindern ĂŒber ihre EinkĂ€ufe zu reflektieren, nach dem Motto „war es das wert?“ Aber bitte nur hin und wieder, ihre Kinder sollten nicht Buch fĂŒhren mĂŒssen, sondern Lernerfahrungen machen.

Wobei wir schon beim nĂ€chsten Punkt wĂ€ren: Was sollen Kinder eigentlich von ihrem Taschengeld kaufen? Der Sinn des Taschengelds ist,  sich kleine WĂŒnsche selbst erfĂŒllen zu können, Sachen wie BĂŒcher, Cds, Computerspiele eigenstĂ€ndig zu kaufen. Sind die WĂŒnsche grĂ¶ĂŸer, werden die Kinder -wie bereits erwĂ€hnt- durch den Erhalt von Taschengeld angehalten zu sparen. Dies gilt als wichtige Erfahrung fĂŒr den spĂ€teren Umgang mit Geld und Zahlen.

Viele Eltern verpflichten ihre Kinder auch dazu, die eigene Handyrechnung mit dem Taschengeld zu begleichen. Eine ziemlich wirkungsvolle Maßnahme, da gerade durch die Handykosten können die Kids schnell etwas ĂŒber Kostenkontrolle am eigenen Leib erfahren. Besonders hier gilt es fĂŒr die Elterteile unbedingt konsequent zu bleiben.

Auszahlung in bar oder Überweisung auf das Jugendkonto?

Wichtig fĂŒr einen sorgfĂ€ltigen Umgang mit Geld ist auch, dass die Kinder einen fixen Platz fĂŒr ihre Euro MĂŒnzen oder Scheine erhalten, also ein Sparschwein oder eine Geldbörse. Das Taschengeld sollte nicht achtlos herumliegen oder in Hosentaschen gesteckt werden. Auch die Überweisung auf ein Jugendkonto oder Girokonto bietet sich an.

Da mit dem Älterwerden der Kinder auch der Betrag des Taschengeldes steigt, macht es auch Sinn, die Kinder immer mehr Ausgaben selbst begleichen zu lassen. Darunter fallen Friseur, Kinobesuche und Geburtstagsgeschenke fĂŒr Freunde. Was von den Kindern ĂŒbernommen und was immer noch von den Eltern bezahlt wird ist allerdings fĂŒr jede Familie selbst zu entscheiden. Auch die Euro BetrĂ€ge Ă€ndern sich dementsprechend. Als Richtwert kann hierfĂŒr die Taschengeldtabelle herangezogen werden.

TatsĂ€chlich kaufen sie sich laut einer deutschen Studie von 2012 6-13 JĂ€hrige am hĂ€ufigsten SĂŒssigkeiten (63%), dicht gefolgt von Comics (44%) und kleinen Spielsachen (20%).

Zwingen Sie ihre Kinder bitte nicht, ihnen jeden Einkauf offenzulegen, das Taschengeld soll wirklich eingenstĂ€ndig verbraucht werden dĂŒrfen. NatĂŒrlich gilt dies nicht, falls Sie feststellen, dass sich ihr Kind Alkohol oder Zigaretten kauft.

Nach dem Motto: große Kinder – große WĂŒnsche kann man durch die Bezahlung gewisser HaushaltstĂ€tigkeiten wie Autowaschen, Fenster putzen (bitte nicht fĂŒrs ZimmeraufrĂ€umen oder die Entleerung des GeschirrspĂŒlers!), das Taschengeld aufbessern. Ein Hinweis: der Stundenlohn sollte bis 14 Jahre nicht mehr als 3 Euro betragen.

Lernen sollen die Kids auf jeden Fall „wenn weg – dann weg“. Auf keinen Fall „einfach so“ immer neue Scheine in die KinderhĂ€nde drĂŒcken. Hat das Kind das 12. Lebensjahr erreicht, ist die Überlegung zur Anschaffung eines Girokontos sinnvoll, durch die FĂ€higkeiten, einen Automaten zu bedienen oder KontoauszĂŒge zu lesen, wird eine grĂ¶ĂŸere SelbststĂ€ndigkeit erreicht.


Die Taschengeldtabelle

Nun also zu den Richtwerten – Unsere Tabelle gibt eine Empfehlung zur passenden Taschengeldhöhe an, damit man als Elternteil selbst entscheiden kann, wie hoch das wöchtentliche Taschgengeld sein soll. Je nach Alter des Kindes kann die Höhe unterschiedlich hoch sein. Wobei vorher noch gesagt werden muss, dass sich das Taschengeld in erster Linie nach dem Einkommen der Eltern richtet und eine interfamiliĂ€re Abmachung ist. Dennoch gibt die Taschengeldtabelle eine durchaus realistische Hilfestellung. Zur Tabelle.