Taschengeldtabelle 2019 – G├╝ltig f├╝r Deutschland, ├ľsterreich und die Schweiz

Eltern von Teenager k├Ânnen ein Lied davon singen: der Streit ums liebe Taschengeld. Den Kids erscheint die H├Âhe des Taschengelds meistens nicht angemessen, die Eltern wiederholen die alte Leier vom Wert des Geldes und der harten Arbeit, die dahinter steckt. Jeder hat das schon mitgemacht, ob auf der einen oder der anderen Seite.

Nat├╝rlich wird es kaum m├Âglich sein, diese famili├Ąren Dispute ein f├╝r alle Mal aus dem Weg zu r├Ąumen, aber es ist durchaus m├Âglich durch fachliche Argumentation zum Thema Taschengeld, dass man in der Schweiz ├╝brigens Sackgeld nennt,  auf beiden Seiten f├╝r Waffenstillstand zu sorgen.

Gibt es eine gesetzliche Verpflichtung Taschengeld zu zahlen?

Zuerst das Wichtigste: Es gibt keine rechtliche Verpflichtung der Eltern Taschengeld zu bezahlen. Laut Gesetz sind die Eltern dazu verpflichtet, f├╝r die Erf├╝llung der Grundbed├╝rfnisse ihrer Kinder zu sorgen. Das bedeutet, die Eltern bezahlen f├╝r Essen, Kleidung, Wohnen, etc. Was Jugendliche dar├╝ber hinaus pro Woche oder monatlich an Geld bekommen, bleibt eine Entscheidung der Familie. Darum laden wir auf Taschengeldtabelle auch Eltern ein, Ihre Meinung zu teilen.

Trotzdem ist es w├╝nschenswert und f├╝r die Entwicklung von Tochter und Sohn sogar empfehlenswert, den Kindern Taschgengeld zu zahlen. Diese Empfehlung wird auch jedes Jugendamt best├Ątigen: Ein monet├Ąrer Zuschuss ├╝ber den die Kinder ganz allein verf├╝gen k├Ânnen, ob f├╝r Handykosten, Schulsachen oder Klamotten, ist Teil der Erziehung. So wird der Umgang mit Geld erlernt. Ein Geldbetrag als Taschengeld ist also in jedem Fall angemessen. F├╝r alle, die nun einen Richtwert wollen, gibts die Taschengeldtabelle. Sie ist als Empfehlung zu verstehen.

Die Gr├╝nde daf├╝r sind sowohl einfach wie sinnvoll. Durch die Auszahlung des Taschengelds lernen Kinder und Jungendliche ganz einfach den Umgang mit Geld. Learning by doing at its best, sozusagen. Kindern werden Werte vermittelt, sie lernen, ich kann mir zwar etwas kaufen, aber das h├Ąngt davon ab, wieviel ich bekomme. Ohne den moralischen Zeigefinger erheben zu wollen, macht es wahrscheinlich sogar Sinn, das Taschengeld etwas knapper zu bemessen, da dadurch den Kindern fr├╝h klar wird, dass ihre W├╝nsche oft gr├Â├čer sind, als das Einkommen.

Bedeutet ein h├Âheres Einkommen der Eltern auch mehr Taschengeld?

Eltern, die besser verdienen, neigen dazu auch ihren Kindern ein h├Âhers Taschengeld zu geben. Dies ist allerdings nicht unbedingt ratsam. Man sollte sich die Preise in unterschiedlichen Gesch├Ąften gemeinsam ansehen und Kinder nicht an ein „Luxusleben“ gew├Âhnen, dass sie sich sp├Ąter auf sich allein gestellt vielleicht gar nicht leisten k├Ânnen. Nur weil Mutter die teueresten Sachen kauft, hei├čt das nicht, sie bringt den Kindern bei mit Geld umzugehen.

Nun aber zu den harten Fakten. Wann sollte man als Elternteil beginnen, Taschengeld auszuzahlen? Und welcher Betrag empfiehlt sich als Taschengeldh├Âhe?
Empfohlen wird hier ein Alter ab ungef├Ąhr 6 Jahren (etwa mit Schulbeginn). Davor haben Kinder noch absolut keine Vorstellungen von Zahlen und davon, woher das Geld kommt. Haben die Kinder also das entsprechende Alter erreicht, sollte das Taschengeld immer w├Âchentlich ausgegeben werden. Mit dem Heranwachsen der Kinder sollten Eltern auch Umstellen auf eine Auszahlung des Taschengeldes pro Monat.

Wie oft soll man das Taschengeld eigentlich auszahlen?

Ab einem Alter von 10-11 Jahren ist es ok,  wenn der Nachwuchs das Taschengeld monatlich bekommt. Der Grund daf├╝r ist, dass die Kinder schon in der Lage sind, ├╝ber einen l├Ąngeren Zeitraum mit dem vorhandenen Geld auszukommen. Sprich, sie lernen zu wirtschaften oder sparen. F├╝r die Elternteile ist es dazu allerdings verpflichtend, p├╝nktlich am verabredeten Tag das Taschengeld auszuzahlen. Zu gegebener Zeit kann man auch die Erf├Âffnung eines Girokontos (auch als Zeichen des Vertrauens) zur ├ťberweisung des Taschengelds in Erw├Ągung ziehen.

Stichwort sparen. Durch fixe Ausbezahlungen k├Ânnen Kinder auch darauf „trainiert“ werden, auf gr├Â├čere Anschaffungen zu sparen. Hierbei ist wichtig f├╝r die Eltern, konsequent zu bleiben. Kindern die qu├Ąngeln, sollten nicht pl├Âtzlich mehr Geld bekommen, oder die Auszahlung sollte auch nicht vorverlegt werden.

Trotz aller Sparvorhaben sollte aber auch die Freude am Euro nicht verloren gehen. Um ein Gleichgewicht zu erzeugen ist es ratsam, mit den Kindern ├╝ber ihre Eink├Ąufe zu reflektieren, nach dem Motto „war es das wert?“ Aber bitte nur hin und wieder, ihre Kinder sollten nicht Buch f├╝hren m├╝ssen, sondern Lernerfahrungen machen.

Wobei wir schon beim n├Ąchsten Punkt w├Ąren: Was sollen Kinder eigentlich von ihrem Taschengeld kaufen? Der Sinn des Taschengelds ist,  sich kleine W├╝nsche selbst erf├╝llen zu k├Ânnen, Sachen wie B├╝cher, Cds, Computerspiele eigenst├Ąndig zu kaufen. Sind die W├╝nsche gr├Â├čer, werden die Kinder -wie bereits erw├Ąhnt- durch den Erhalt von Taschengeld angehalten zu sparen. Dies gilt als wichtige Erfahrung f├╝r den sp├Ąteren Umgang mit Geld und Zahlen.

Viele Eltern verpflichten ihre Kinder auch dazu, die eigene Handyrechnung mit dem Taschengeld zu begleichen. Eine ziemlich wirkungsvolle Ma├čnahme, da gerade durch die Handykosten k├Ânnen die Kids schnell etwas ├╝ber Kostenkontrolle am eigenen Leib erfahren. Besonders hier gilt es f├╝r die Elterteile unbedingt konsequent zu bleiben.

Auszahlung in bar oder ├ťberweisung auf das Jugendkonto?

Wichtig f├╝r einen sorgf├Ąltigen Umgang mit Geld ist auch, dass die Kinder einen fixen Platz f├╝r ihre Euro M├╝nzen oder Scheine erhalten, also ein Sparschwein oder eine Geldb├Ârse. Das Taschengeld sollte nicht achtlos herumliegen oder in Hosentaschen gesteckt werden. Auch die ├ťberweisung auf ein Jugendkonto oder Girokonto bietet sich an.

Da mit dem ├älterwerden der Kinder auch der Betrag des Taschengeldes steigt, macht es auch Sinn, die Kinder immer mehr Ausgaben selbst begleichen zu lassen. Darunter fallen Friseur, Kinobesuche und Geburtstagsgeschenke f├╝r Freunde. Was von den Kindern ├╝bernommen und was immer noch von den Eltern bezahlt wird ist allerdings f├╝r jede Familie selbst zu entscheiden. Auch die Euro Betr├Ąge ├Ąndern sich dementsprechend. Als Richtwert kann hierf├╝r die Taschengeldtabelle herangezogen werden.

Tats├Ąchlich kaufen sie sich laut einer deutschen Studie von 2012 6-13 J├Ąhrige am h├Ąufigsten S├╝ssigkeiten (63%), dicht gefolgt von Comics (44%) und kleinen Spielsachen (20%).

Zwingen Sie ihre Kinder bitte nicht, ihnen jeden Einkauf offenzulegen, das Taschengeld soll wirklich eingenst├Ąndig verbraucht werden d├╝rfen. Nat├╝rlich gilt dies nicht, falls Sie feststellen, dass sich ihr Kind Alkohol oder Zigaretten kauft.

Nach dem Motto: gro├če Kinder – gro├če W├╝nsche kann man durch die Bezahlung gewisser Haushaltst├Ątigkeiten wie Autowaschen, Fenster putzen (bitte nicht f├╝rs Zimmeraufr├Ąumen oder die Entleerung des Geschirrsp├╝lers!), das Taschengeld aufbessern. Ein Hinweis: der Stundenlohn sollte bis 14 Jahre nicht mehr als 3 Euro betragen.

Lernen sollen die Kids auf jeden Fall „wenn weg – dann weg“. Auf keinen Fall „einfach so“ immer neue Scheine in die Kinderh├Ąnde dr├╝cken. Hat das Kind das 12. Lebensjahr erreicht, ist die ├ťberlegung zur Anschaffung eines Girokontos sinnvoll, durch die F├Ąhigkeiten, einen Automaten zu bedienen oder Kontoausz├╝ge zu lesen, wird eine gr├Â├čere Selbstst├Ąndigkeit erreicht.


Die Taschengeldtabelle

Nun also zu den Richtwerten – Unsere Tabelle gibt eine Empfehlung zur passenden Taschengeldh├Âhe an, damit man als Elternteil selbst entscheiden kann, wie hoch das w├Âchtentliche Taschgengeld sein soll. Je nach Alter des Kindes kann die H├Âhe unterschiedlich hoch sein. Wobei vorher noch gesagt werden muss, dass sich das Taschengeld in erster Linie nach dem Einkommen der Eltern richtet und eine interfamili├Ąre Abmachung ist. Dennoch gibt die Taschengeldtabelle eine durchaus realistische Hilfestellung. Zur Tabelle.