Taschengeldtabelle 2017 – G√ľltig f√ľr Deutschland, √Ėsterreich und die Schweiz

Eltern von Teenager können ein Lied davon singen: der Streit ums liebe Taschengeld. Den Kids erscheint die Höhe des Taschengelds meistens nicht angemessen, die Eltern wiederholen die alte Leier vom Wert des Geldes und der harten Arbeit, die dahinter steckt. Jeder hat das schon mitgemacht, ob auf der einen oder der anderen Seite.

Nat√ľrlich wird es kaum m√∂glich sein, diese famili√§ren Dispute ein f√ľr alle Mal aus dem Weg zu r√§umen, aber es ist durchaus m√∂glich durch fachliche Argumentation zum Thema Taschengeld, dass man in der Schweiz √ľbrigens Sackgeld nennt, ¬†auf beiden Seiten f√ľr Waffenstillstand zu sorgen.

Gibt es eine gesetzliche Verpflichtung Taschengeld zu zahlen?

Zuerst das Wichtigste: Es gibt keine rechtliche Verpflichtung der Eltern Taschengeld zu bezahlen. Laut Gesetz sind die Eltern dazu verpflichtet, f√ľr die Erf√ľllung der Grundbed√ľrfnisse ihrer Kinder zu sorgen. Das bedeutet, die Eltern bezahlen f√ľr Essen, Kleidung, Wohnen, etc. Was Jugendliche dar√ľber hinaus pro Woche oder monatlich an Geld bekommen, bleibt eine Entscheidung der Familie. Darum laden wir auf Taschengeldtabelle auch Eltern ein, Ihre Meinung zu teilen.

Trotzdem ist es w√ľnschenswert und f√ľr die Entwicklung von Tochter und Sohn sogar empfehlenswert, den Kindern Taschgengeld zu zahlen. Diese Empfehlung wird auch jedes Jugendamt best√§tigen: Ein monet√§rer Zuschuss √ľber den die Kinder ganz allein verf√ľgen k√∂nnen, ob f√ľr Handykosten, Schulsachen oder Klamotten, ist Teil der Erziehung. So wird der Umgang mit Geld erlernt. Ein Geldbetrag als Taschengeld ist also in jedem Fall angemessen. F√ľr alle, die nun einen Richtwert wollen, gibts die Taschengeldtabelle. Sie ist als Empfehlung zu verstehen.

Die Gr√ľnde daf√ľr sind sowohl einfach wie sinnvoll. Durch die Auszahlung des Taschengelds lernen Kinder und Jungendliche ganz einfach den Umgang mit¬†Geld. Learning by doing at its best, sozusagen. Kindern werden Werte vermittelt, sie lernen, ich kann mir zwar etwas kaufen, aber das h√§ngt davon ab, wieviel ich bekomme. Ohne den moralischen Zeigefinger erheben zu wollen, macht es wahrscheinlich sogar Sinn, das Taschengeld etwas knapper zu bemessen, da dadurch den Kindern fr√ľh klar wird, dass ihre W√ľnsche oft gr√∂√üer sind, als das Einkommen.

Bedeutet ein höheres Einkommen der Eltern auch mehr Taschengeld?

Eltern, die besser verdienen, neigen dazu auch ihren Kindern ein h√∂hers Taschengeld zu geben. Dies ist allerdings nicht unbedingt ratsam. Man sollte sich die Preise in unterschiedlichen Gesch√§ften gemeinsam ansehen und Kinder nicht an ein „Luxusleben“ gew√∂hnen, dass sie sich sp√§ter auf sich allein gestellt vielleicht gar nicht leisten k√∂nnen. Nur weil Mutter die teueresten Sachen kauft, hei√üt das nicht, sie bringt den Kindern bei mit Geld umzugehen.

Nun aber zu den harten Fakten. Wann sollte man als Elternteil beginnen, Taschengeld auszuzahlen? Und welcher Betrag empfiehlt sich als Taschengeldhöhe?
Empfohlen wird hier ein Alter ab ungefähr 6 Jahren (etwa mit Schulbeginn). Davor haben Kinder noch absolut keine Vorstellungen von Zahlen und davon, woher das Geld kommt. Haben die Kinder also das entsprechende Alter erreicht, sollte das Taschengeld immer wöchentlich ausgegeben werden. Mit dem Heranwachsen der Kinder sollten Eltern auch Umstellen auf eine Auszahlung des Taschengeldes pro Monat.

Wie oft soll man das Taschengeld eigentlich auszahlen?

Ab einem Alter von 10-11 Jahren ist es ok,¬† wenn der Nachwuchs das Taschengeld monatlich bekommt. Der Grund daf√ľr ist, dass die Kinder schon¬†in der Lage sind, √ľber einen l√§ngeren Zeitraum mit dem vorhandenen¬†Geld¬†auszukommen. Sprich, sie lernen zu wirtschaften oder sparen. F√ľr die¬†Elternteile ist es dazu allerdings verpflichtend, p√ľnktlich am verabredeten Tag das Taschengeld auszuzahlen. Zu gegebener Zeit kann man auch die Erf√∂ffnung eines Girokontos (auch als Zeichen des Vertrauens) zur √úberweisung des Taschengelds in Erw√§gung ziehen.

Stichwort sparen. Durch fixe Ausbezahlungen k√∂nnen Kinder auch darauf „trainiert“ werden, auf gr√∂√üere Anschaffungen zu sparen. Hierbei ist wichtig f√ľr die Eltern, konsequent zu bleiben. Kindern die qu√§ngeln, sollten nicht pl√∂tzlich mehr¬†Geld¬†bekommen, oder die Auszahlung sollte auch nicht vorverlegt werden.

Trotz aller Sparvorhaben sollte aber auch die Freude am Euro nicht verloren gehen. Um ein Gleichgewicht zu erzeugen ist es ratsam, mit den Kindern √ľber ihre Eink√§ufe zu reflektieren, nach dem Motto „war es das wert?“ Aber bitte nur hin und wieder, ihre Kinder sollten nicht Buch f√ľhren m√ľssen, sondern Lernerfahrungen machen.

Wobei wir schon beim n√§chsten Punkt w√§ren: Was sollen Kinder eigentlich von ihrem Taschengeld kaufen?¬†Der Sinn des Taschengelds ist,¬† sich kleine W√ľnsche selbst erf√ľllen zu k√∂nnen, Sachen wie B√ľcher, Cds, Computerspiele eigenst√§ndig zu kaufen. Sind die W√ľnsche gr√∂√üer, werden die Kinder -wie bereits erw√§hnt- durch den Erhalt von Taschengeld angehalten zu sparen. Dies gilt als wichtige Erfahrung f√ľr den sp√§teren¬†Umgang mit¬†Geld und Zahlen.

Viele Eltern verpflichten ihre Kinder auch dazu, die eigene Handyrechnung mit dem Taschengeld zu begleichen. Eine ziemlich wirkungsvolle Ma√ünahme, da gerade durch die Handykosten k√∂nnen die Kids schnell etwas √ľber Kostenkontrolle am eigenen Leib erfahren. Besonders hier gilt es f√ľr die¬†Elterteile unbedingt konsequent zu bleiben.

Auszahlung in bar oder √úberweisung auf das Jugendkonto?

Wichtig f√ľr einen sorgf√§ltigen Umgang mit¬†Geld¬†ist auch, dass die Kinder einen fixen Platz f√ľr ihre Euro M√ľnzen oder Scheine erhalten, also ein Sparschwein oder eine Geldb√∂rse. Das Taschengeld sollte nicht achtlos herumliegen oder in Hosentaschen gesteckt werden. Auch die √úberweisung auf ein Jugendkonto oder Girokonto bietet sich an.

Da mit dem √Ąlterwerden der Kinder auch der Betrag des Taschengeldes steigt, macht es auch Sinn, die Kinder immer mehr Ausgaben selbst begleichen zu lassen. Darunter fallen Friseur, Kinobesuche und Geburtstagsgeschenke f√ľr Freunde. Was von den Kindern √ľbernommen und was immer noch von den Eltern bezahlt wird ist allerdings f√ľr jede Familie selbst zu entscheiden. Auch die Euro Betr√§ge √§ndern sich dementsprechend. Als Richtwert kann hierf√ľr die Taschengeldtabelle herangezogen werden.

Tats√§chlich kaufen sie sich laut einer deutschen Studie von 2012 6-13 J√§hrige am h√§ufigsten S√ľssigkeiten (63%), dicht gefolgt von Comics (44%) und kleinen Spielsachen (20%).

Zwingen Sie ihre Kinder bitte nicht, ihnen jeden Einkauf offenzulegen, das Taschengeld soll wirklich eingenst√§ndig verbraucht werden d√ľrfen. Nat√ľrlich gilt dies nicht, falls Sie feststellen, dass sich ihr Kind Alkohol oder Zigaretten kauft.

Nach dem Motto: gro√üe Kinder – gro√üe W√ľnsche kann man durch die Bezahlung gewisser Haushaltst√§tigkeiten wie Autowaschen, Fenster putzen (bitte nicht f√ľrs Zimmeraufr√§umen oder die Entleerung des Geschirrsp√ľlers!), das Taschengeld aufbessern. Ein Hinweis: der Stundenlohn sollte bis 14 Jahre nicht mehr als 3 Euro betragen.

Lernen sollen die Kids auf jeden Fall „wenn weg – dann weg“. Auf keinen Fall „einfach so“ immer neue Scheine in die Kinderh√§nde dr√ľcken.¬†Hat das Kind das 12. Lebensjahr erreicht, ist die √úberlegung zur Anschaffung eines Girokontos sinnvoll, durch die F√§higkeiten, einen Automaten zu bedienen oder Kontoausz√ľge zu lesen, wird eine gr√∂√üere Selbstst√§ndigkeit erreicht.


Die Taschengeldtabelle

Nun also zu den Richtwerten РUnsere Tabelle gibt eine Empfehlung zur passenden Taschengeldhöhe an, damit man als Elternteil selbst entscheiden kann, wie hoch das wöchtentliche Taschgengeld sein soll. Je nach Alter des Kindes kann die Höhe unterschiedlich hoch sein. Wobei vorher noch gesagt werden muss, dass sich das Taschengeld in erster Linie nach dem Einkommen der Eltern richtet und eine interfamiliäre Abmachung ist. Dennoch gibt die Taschengeldtabelle eine durchaus realistische Hilfestellung. Zur Tabelle.